Augustdorfer Heimatverein zeigt Exponate rund um den früheren Alltag 

Etwa 500 Besucher nutzen die Gelegenheit und schwelgen in Erinnerungen logo lz

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Heimatkeller LZ

 Seltenes Stück: Hier präsentiert Sammlungswart Rüdiger Niehues eine alte Hebammen-Waage. (© Ulrich Lambracht)

Im Heimatkeller wird Geschichte erleb- und begreifbar. Rund 2.500 Exponate erinnern an bäuerliche Traditionen, laden ein zu einer Reise in die Vergangenheit. Alle zwei Jahre veranstaltet der Heimatverein Augustdorf einen Tag der offenen Tür. Diesmal kamen an die 500 Besucher.

 Wer den Keller unter der Aula der Grundschule „In der Senne" zum ersten Mal betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Bäuerliche Gerätschaften, eine detailgetreu eingerichtete Wohnung, die komplett erhaltene Einrichtung eines Friseursalons und eine Schusterwerkstatt, Werkzeuge, Nähmaschinen, Bienenkörbe und Spielzeug, unzählige Dokumente füllen den ehemaligen Luftschutzraum.

 Sammlungswart Rüdiger Niehues koordiniert Führungen, nimmt Exponate entgegen und kümmert sich gegebenenfalls um deren Restaurierung. Dabei kann er auf ein rundes Dutzend Mitstreiter bauen. „Es ist nicht immer einfach, Exponate zu bekommen", berichtet Niehues. „Viele hängen sehr an den alten Stücken. Wenn sie aber erfahren, dass wir sie für die Nachwelt erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen, dann lindert das den Trennungsschmerz."

 Führungen

Führungen durch die Sammlung werden nach Absprache angeboten. Der Heimatverein sucht auch weitere Exponate.

Ansprechpartner ist Rüdiger Niehues, Tel. 05237-7459.

„Wir haben jetzt die Filmvorführanlage aus dem ehemaligen Kino des Soldatenheims Haus Senne originalgetreu wieder aufgebaut und die Puppenecke aufgefrischt", so der Sammlungswart. „Ein echter Hingucker bei den großen Gerätschaften ist auch die restaurierte Zwei-Mann-Säge." Besonders stolz ist Niehues auf eine 100 Jahre alte holländische Draisine. Zu den Kuriositäten zählt eine mobile Hebammen-Waage.

Obwohl der Keller bereits aus allen Nähten zu platzen scheint und der Heimatverein bereits einen ausgedienten Munitionsbunker der Bundeswehr als Zwischenlager angemietet hat, sind neue Exponate stets willkommen. „Wir sind zum Beispiel noch auf der Suche nach altem Kinderspielzeug", betont Niehues.

„Ein Umzug ist nicht geplant", erläutert Iris Diekmann, Pressewartin des Heimatvereins. „Der Keller, den uns die Gemeinde mietfrei zur Verfügung stellt, bietet optimale Bedingungen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind sehr konstant. Hier können wir auch alte Dokumente und Textilien lagern, ohne dass sie der Schimmel befällt."

In der Aula der Grundschule ließen sich die Besucher Kaffee und selbst gebackenen Kuchen schmecken. Die Veranstaltung gab sogar den passenden Rahmen für ein Klassentreffen ab. Iris Diekmann: „Viele der Jubilare erkennen sich auf den alten Fotos wieder. Für gemeinsame Erinnerungen gibt es wohl kaum einen geeigneteren Ort."

 

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