Der Text wurde von dem Augustdorfer Heimatdichter - Ludwig Altenbernd - gedichtet. Das Gedicht, im Original "Die Heimath" stammt aus dem Band - Frühlingsblüthen und Herbstblätter -  von 1872.

 

 

 

 

Auf deinen Halden schwärmt, des Sturms Genoß,

Mit schnellem Huf das wilde Sennerroß,

Der sand`gen Steppe und des Waldes Kind,

So frei, so stolz, und flüchtig wie der Wind.

Und hoch vom Bergeshang im Abendstrahl

Blickt still der Hirsch hinab in`s Waldesthal,

Das, zugedeckt von Bergesschatten tief,

Zur Ruhe schon die Waldgenossen rief.

 

Durch deine Buchenwälder kühl und grün

Hör ich geheimnisvoll die Tage ziehn;

Sie flüstert in den Wipfeln, schlingt sich grau

Um des Cheruskerfürsten Denkmalsbau;

Leis summend aus den Tagen seines Ruhms

Die Wiegenlieder deutschen Heldenthums;

Von ihnen spricht Sie, wie die Eichen fest,

Von alter Treue, die nicht wankt und lässt.

 

 

Von deiner Berge wald`gen Kuppen blickt

Des Wandres Aug bezaubert und entzückt;

Ein reicher Garten rings, wohin er scaut,

Vom lichten Sommerhimmel überblaut;

Auf sonn`gen Höhn, in stiller Thäler hut,

Umschlängelt von der Bäche Silberflut,

Blickt Dorf an Dorf, und Gebirg und Thal

Zieht ihrer Sonntagsglocken Widerhall.

 

 

Ein lieblich Kind, mit Jugendreiz geschmückt,

aus dessen Aug`der blaue Himmel blickt;

Dem unbewusst des jungen Lenzes Pracht

Von heitrer Stirn und Mund und Wange lacht;

Das, goldnen Flitterband begehrend nicht,

Sich Wiesenblumen in die Locken flicht:

So – einfach schön im Schmucke der Natur –

So stehst du vor mir, traute Heimatflur.

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